Kurztrip nach Nizza

Nice – so nennen die Franzosen ihre Hauptstadt an der Côte d’Azur. Nizza ist die fünftgrößte Stadt Frankreichs, aber liegt von den Einwohnerzahlen noch unterhalb der Millionengrenze. Die Größe merkt man der Stadt nicht an. Alles wirkt irgendwie noch überschaubar. Wir haben uns im Februar 2020 auf den Weg an die französische Riviera gemacht.

Es ist nicht mehr lange hin, dann sind wir nicht mehr zu Zweit, sondern zu Dritt. Grund genug für uns noch einmal etwas Sonne zu tanken. Wir wollten nicht weit fliegen und haben uns Ziele gesucht, die auch im winterlichen Februar schon angenehme Temperaturen bieten können, aber es sollte auch nicht unbedingt Mallorca sein. Da waren wir schon und wir hatten Lust auf etwas Neues. Frankreich hatten wir bisher nie auf dem Schirm, aber da Nizza uns 17 Grad bot, haben wir bei Eurowings Flüge von Düsseldorf an die Côte d’Azur gebucht und uns ein nettes, kleines Hotel gesucht.

Unsere Unterkunft in Nizza: Das 3-Sterne Hotel Rivoli

Mit Hotels tun wir uns oft etwas schwer: Wir suchen in der Regel eine Mischung aus kleinen Boutique-Hotels, einer familiären Atmosphäre, einem guten Preis/Leistungs-Verhältnis und einer praktischen Lage. Fünf Nächte haben wir in Nizza verbracht und entschieden haben wir uns letztendlich für das Hotel Rivoli. Außerdem hatten wir zahlreiche Hotels und Hostels der Happyculture-Gruppe in der näheren Auswahl. Diese hatten allesamt einen sehr netten Style, waren preislich attraktiv und recht modern – allerdings fast ausschließlich in Bahnhofsnähe.

Das Hotel Rivoli wiederum liegt ca. 200-300 Meter von der Promenande des Anglais entfernt und befindet sich etwas hinter dem berühmten Hotel Negressco. Gebucht hatten wir ein „traditionelles Doppelzimmer“ mit Frühstück. Offenbar gab es ein Upgrade für uns, denn wir haben Zimmer Nummer 26 bekommen. Ein Superior-Zimmer im Erdgeschoss mit Fenstern zur Seite. Ziemlich besonders scheint die Wandgestaltung gewesen zu sein. Keine Tapete oder Farbe schmückte die Wände, sondern eine Art Tapete aus Stoff. Irgendwie cute. Das Bad war allerdings etwas in die Jahre gekommen.

Überschaubares französisches Hotel-Frühstück

Dass das französische „Le petit déjeuner“ eher etwas rudimentärer ist, war uns bekannt. Frühstück heißt in Frankreich oftmals Aufback-Croissant mit oder ohne Schoko-Füllung, Marmelade und Honig. In unserem Hotel gab es darüber hinaus etwas Wurst und Käse, Filterkaffee und Baguette. Auf Wunsch gab es auch gekochte Eier und frischgepressten O-Saft konnte man sich dank eines Entsafters selbst bauen. Für die 6 Euro pro Person pro Tag war es wohl ok, wobei oft leider manches nicht mehr da war.

Die Gästestruktur in dem Hotel war durchaus etwas älter. Wir scheinen mit unseren Anfang 30 definitiv die jüngsten im Hotel gewesen zu sein. Das hat uns natürlich nicht gestört und die Mitarbeiter waren auch allesamt nett und freundlich.

Anreise und ÖPNV in Nizza – mit Bus und Bahn die Côte d’Azur erkunden

Nizza ist von vielen deutschen Flughäfen aus gut erreichbar. In Nizza angekommen befindet sich direkt vor dem Terminal 1 ein Bus- und Straßenbahn-Bahnhof, der einem direkt in die Stadt führt. Am Fahrkarten-Automat gibt es Tickets für den ÖPNV der Lignes d’Azur.

Preise der ÖPNV Tickets

  • Ein Einzelticket kostet 1,50 EUR
  • Ein Tagesticket kostet 5,00 EUR
  • Ein Wochenticket (7 Tage) kostet 15,00 EUR

Wir haben 2x das Wochenticket gekauft und konnten damit in Nizza mit allen Bussen und Bahnen während unseres Aufenthalts umsonst fahren. Vom Flughafen in die Stadt kommt man mit der erst kürzlich erweiterten Lignes 2 (Richtung Port Lympia). Die zentralen Haltestellen wären Alsace Lorraine, Jean-Médecin, Durandy oder Garibaldi in der Nähe des Schloss Hügels.

Highlights und Geheimtipps in Nizza

In Nizza kann man viele Dinge unternehmen. Angefangen mit den verschiedenen Buchten an der Promenade des Anglais oder den umliegenden Ortschaften, gilt es als Besucher viele nette Gegenden, Museen und Restaurants zu entdecken.

Schlosshügel (Colline du Château)

Der Schlosshügel ist ein super schönes Areal, welches von der Altstadt aus gesehen in östlicher Richtung liegt. Mit dem Aufzug Ascenseur du Château könnt ihr ganz entspannt vom Ende der Promenade aus nach oben fahren – natürlich gibt es auch weitere Zugangspunkte, durch die der Schlosshügel zu Fuß zu erklimmen ist.

Oben angekommen kann man entspannt durch die Landschaft spazieren, den (künstlich angelegten) Wasserfall bestaunen oder die Weitsicht auf den Hafen und Nizza im ganzen genießen.

Socca – Pfannkuchen aus Kichererbsen

Wer in Nizza ist, muss Socca probieren. Socca de Nice ist eine Art Pfannkuchen auf Basis von Kichererbsenmehl, Olivenöl, Salz und Wasser. In Nizzas Altstadt wird dieses Gericht an vielen Stellen angeboten und oft muss man sich in eine Schlange einreihen. Wir haben Socca auf dem Markt Cours Saleya probiert. Lecker. Ziemlich fettig, aber wirklich lecker.

Übrigens gingen wir bis zu diesem Beitrag davon aus, dass Socca eine Spezialität aus Nizza ist. Tatsächlich aber kommt das Gericht aus Italien („Farinata“) und ist in vielen Ländern unter anderem Namen verbreitet. Dass der Pfannkuchen auch in Nizza die Einheimischen und Besucher erfreut, liegt möglicherweise schlicht an der geografischen Nähe zu Italien.

Carnaval de Nice – der Karneval von Nizza

Jedes Jahr im Februar steht die Stadt ganz im Zeichen des Karnevals. Die Niçois feiern ihren bunten Karneval zwei Wochen lang mit verschiedenen Umzügen bei Tag und Nacht. Ort des Geschehens ist der Place Massena, wo auch eine Reihe von Tribünen aufgebaut sind und der Weg um den angrenzendem Park  des Hotels Albert 1er. Alle Umzüge haben etwas für sich. Wir haben uns den „CORSO CARNAVALESQUE ILLUMINÉ“ und den „BATAILLE DE FLEURS“ angesehen.

Die Lichter-Parade ist relativ spät abends und hat ihren eigenen Charme alleine aufgrund der Dunkelheit und da durch, dass die Künstler, Walking-Acts und Karnevalswagen individuell beleuchtet sind. Bei der „Blumenschlacht“ sind die gleichen Wagen im Einsatz, aber zusätzlich eine irrsinnige Anzahl an Blumen, die von den Wagen ins Publikum geworfen werden. Wer die Umzüge sehen will, benötigt allerdings ein Ticket. Diese gibt’s für Sitzplätze auf der Tribüne und für Stehplätze an der Strecke, wo zwei Zonen unterschieden werden.

Lohnenswerte Bus-Tour entlang der Küste nach Monaco für 1,50 EUR

Von Monaco hatten wir viel gehört. Das Fürstentum ist als Stadtstaat natürlich bekannt und wenn man mal in der Nähe ist, kann man Monaco gerne mal mitnehmen. Von Nizza aus fährt in der Nähe vom Hafen die Linie 100 Richtung Monaco/Menton. Nicht wundern, man hat oft das Gefühl, dass der Bus nur halbseitig besetzt ist. Das liegt an den Bloggern, die alle darauf hinweisen, dass man sich schön an die rechte Seite des Busses setzen soll, damit man bei der späteren Fahrt das Meer auf seiner Seite hat. Das möchten wir hiermit gerne bekräftigen. Die 45 Minuten lange Busfahrt ist echt schön. Man fährt entlang der Côte d’Azur und hat einen wundervollen Blick auf das Mittelmeer.

Monaco selbst hat uns nicht so sehr gefallen. Die Stadt ist gerade im hinteren Teil dicht und hoch bebaut, aber hat sicher aufgrund des in der Luft schwebenden Glamours für den ein oder anderen seinen Reiz. Vielleicht haben wir ihr keine Chance gelassen, aber nach ca. 3 Stunden haben wir uns wieder auf den Weg zurück gemacht und stattdessen das Bergdorf Eze noch mitgenommen.

Restaurant-Tipps in Nizza

Das Preisniveau in den Restaurants und Bars in Nizza ist schon deutlich höher als in Deutschland. Je nach Lage kann ein kleiner Café Crema auch schon mal 3,50 kosten. Andererseits kann man an einigen Hotspots auch günstig essen in Nizza.

  • indian curry n tandoori | €
    Ein kleiner indischer Imbiss mit einigen Sitzplätzen im Freien. Wir haben uns hier einen Abend etwas geholt und dann entspann im Hotel gegessen. War super lecker und tatsächlich ziemlich günstig!
  • smart delight room | €
    Ein smartes Lokal mit einigen Sitzplätzen und einem super freundlichem Chef. Hier gibt’s u.a. Burger und Salate zu günstigen Preisen
  • Mon Petit Cafe | €€€
    In Frankreich darf es natürlich auch mal etwas besonderes sein und das war unser Abend im Mon Petit Cafe definitiv. Die Tageskarte kommt auf einer Tafel und wird von den Kellnerinnen und Kellnern persönlich und mit viel Geduld erklärt. Im Anschuss haben wir richtig gute Fusionsküche genießen dürfen.

Insgesamt hat uns Nizza überraschend gut gefallen und wir würden gerne noch mal an die Côte d’Azur reisen.